Mit dem Studium an der Universität der Bundeswehr 1992 fand ich auch meinen Weg nach Hamburg-Horn. Wohnte ich erst noch im Studentenbereich Stoltenstrasse, zog ich über das Hermannstal in meine kleine Wohnung im Horner Weg.
michael-neumann-horner-weg.jpg In der Horner Sozialdemokratie fand ich sehr schnell meine politische Heimat, vertrat Horn im Ortsausschuss Billstedt und seit 1997 als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.

abgordnetenburo-horn.jpgSeit 2005 betreibe ich mit Unterstützung meiner Mitarbeiter und vielen ehrenamtlichen Genossinnen und Genossen im Horner Weg 235 mein Abgeordnetenbüro. Und auch wenn ich als Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion 2008 nicht im Wahlkreis, sondern auf Platz 3 der Landesliste antrete, so möchte ich doch in diesem Stadtteil weiterhin Flagge zeigen und für die Interessen der Hornerinnen und Horner in der Bürgerschaft eintreten. Für mich bedeutet Wahlkreisengagement ganz praktisch, dass ich neben dem Arbeitsschwerpunkten im Rathaus als Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion und Oppositionsführer, die politische Arbeit in Horn als einen Schwerpunkt ansehe.
buero.jpg Die Menschen sprechen mich an, fragen, tadeln, aber loben auch. Zugegeben seltener, aber es kommt vor.

Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, für die Sozialdemokratie und Ihre Ziele Flagge zu zeigen. Es reicht aus meiner Sicht eben nicht aus, trocken und warm im Rathaus zu sitzen …

Mein Stadtteil – Horn

Im Jahre des Herrn 1306 wird Horn erstmalig urkundlich erwähnt, als Ritter Heinrich von Wedel einen Horner Hof an das “Hospital zum Heiligen Geist” überträgt. Das Dorf lag damals etwa bei der heutigen Straße Bauerberg. Gleichwohl Horn seine erste schriftliche Erwähnung bereits am 21. April 1270 fand: Der Lübecker Probst Bruno vermachte der Kirche zwei Grundstücke im Marschland bei Horn. Da es aber weder Haus noch Bewohner gab, zählt erst die urkundliche Erwähnung 1306.

Am 18. Oktober 1383 verkaufte Adolf von Schauenburg den Ort für 650 Mark an den Hamburger Rat, welcher ihn 1410 in die neugebildete Landherrenschaft von Horn und Hamm eingliederte.

michael-neumann-martins-kirche-horn.jpg Wie das gesamte Hamburger Gebiet wurde auch Horn mit Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert evangelisch-lutherisch. Eine eigene Kirche bekam der Ort jedoch erst 1886 mit der Martinskirche, zuvor war er nach Hamm eingepfarrt.

Um 1600 überstieg die Einwohnerzahl Horn erstmals die Grenze von 100 Menschen.

Seit Beginn des 17. Jahrhunderts erbauten sich Hamburger Kaufleute in Horn Landhäuser mit ausgedehnten Gartenanlagen. Der Ort verlor so allmählich seinen dörflichen Charakter und wurde zu einem Wohnort für wohlhabende Hamburger. Eine Urkunde aus dem Jahre des Herrn 1614 belegt, dass die “Bürgermeisterfamilie” von Eitzen den östlichen Teil des heutigen Blohm´s Park erwarb. 1630 ging das Anwesen dann die Kaufmannsfamilie de Hertoghe. Im Jahre 1745 beschrieb ein Zeitgenosse den Park mit folgenden Worten:

“Die Pracht der Anlage übertrifft alle Gärten Hamburgs. Die Zugbrücke zum Palais führt über einen Karpfenteich. Im von sechs Öfen beheizten Orangeriehaus werden Südfrüchte gezüchtet, und in einem Teil des Parks gibt es Hirsche, Rehe und Hasen sowie ein Vogelhaus mit exotischen Tieren.”

Bei der 1810 durchgeführten Einwohnerzählung wurde festgestellt, dass 631 Menschen in Horn lebten.

michael-neumann-staatsarchiv-hamburg-wird-franzosisch.jpg Die französischen Besatzer Hamburgs planten 1814 Horn (wie zuvor schon Hamm) als Schußfeld gegen die anrückenden russischen Truppen niederzubrennen, dazu kam es wegen des schnellen russischen Erfolges jedoch nicht mehr, so dass der Ort gerettet wurde.

Durch die Neuordnung des Hamburgischen Landgebietes kam Horn 1830 zur Landherrenschaft der Geestlande. michael-neumann-das-rauhe-haus.jpg Kurz darauf, 1833, gründete der lutherische Pastor Johann Hinrich Wichern, der ein Anhänger der pietistischen Erweckungsbewegung war, in einer von Karl Sieveking zur Verfügung gestellten Strohdachkate an der Grenze zu Hamm-Nord das Rauhe Haus als Rettungshaus für Großstadtkinder. Heute übernimmt die gleichnamige Stiftung viele Aufgaben der Diakonie in Hamburg.

michael-neumann-hamburger-rennclub.jpg 1855 wurde die Horner Rennbahn erbaut, auf der seit 1869 das Galoppderby (zunächst Norddeutsches Derby, heute Deutsches Galoppderby) stattfindet.

1874 wurde Horn zum Hamburger Vorort, 1894 wurde Horn dann eingemeindet. Und war damit “Grenzgemeinde”, d.h. das heutige Billstedt bestand damals noch aus den drei Dörfern Schiffbek, Kirchsteinbek und Öjendorf. Diese gehörten aber zu Preußen und wurden erst später zu Billstedt – Stadt an der Bille – vereinigt. Billstedt kam erst mit dem “Groß-Hamburg-Gesetz” 1937 zu Billstedt. Und bildet gemeinsam mit Horn seit dem Zweiten Weltkrieg den Ortsamtsbereich Billstedt.

michael-neumann-lidl-auf-baptistenseminargrundstuck.jpg Von 1888 bis 1997 war Hamburg-Horn Standort des Predigerseminars der deutschen Baptisten. Die Lehrgebäude und das Studentenwohnheim befanden sich an der Rennbahnstraße 115. Die theologische Ausbildungsstätte der Baptisten verlegte im Zuge der deutschen Wiedervereinigung ihren Sitz nach Berlin. Heute findet sich auf dem Grundstück ein Lidl-Discounter…

Im Jahre 1912 lebten dann erstmals 8.000 Menschen in Horn.

In den 1920er und 1930er Jahren wurde Horn großflächig aufgesiedelt und mit Geschosswohnungen im typischen Hamburger Backsteinstil bebaut. Mitte der 20er Jahre wurden zahlreiche neue Strassen angelegt: die Washingtonallee, die Legienstrasse oder die Stengelestrasse. An der ebenfalls neu geschaffenen Strasse Beim Pachthof entstand eine Schule für 30 Klassen.
Die Planung der Nationalsozialistischen Verkehrspolitik sah vor, in Horn einen Autobahnhof als östlichen Stadteingang und Endpunkt der aus Berlin kommenden Reichsautobahn zu erbauen. Realisiert wurde davon lediglich der Horner Kreisel, die geplante imposante Bebauung kam nicht zustande.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten 23.370 Menschen in Horn.

michael-neumann-zerstorung-des-krieges.jpg Im Zweiten Weltkrieg wurde Horn weitgehend zerstört. Insbesondere in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 wurde Horn durch alliierte Luftangriffe vollständig zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis in die 1960er Jahre. michael-neumann-spuren-der-zerstorungen.jpg Noch heute kann man den Fassaden der Backsteinbauten im Horner Weg erkennen, bis zu welchen Punkten die Häuser in Folge der Bombenangriffe zerstört und ausgebrannt sind.

michael-neumann-timotheus-kirche-horn.jpg Es wurden mit der Timotheuskirche, der Nathanelkirche, der Kapernaumkirche und der Philippuskirche weitere lutherische Kirchen erbaut. michael-neumann-st-olaf-gemeinde-horn.jpg Daneben gibt es mit St. Olaf auch eine römisch-katholische Kirche und außerdem eine Freie Evangelische Gemeinde.

michael-neumann-klgv-142-horner-masch.jpg Mit der masiven Bebauung der Horner Geest Ende der 60er Jahre wurden zahlreiche Kleingärten vernichtet, die gerade im Osten Horns lange Jahrzahnte den Stadtteil prägten. Noch heute hat aber der größte Kleingartenverein Hamburgs seine Heimat in Horn: Der Kleingartenverein 142 – Horner Marsch.

michael-neumann-dannerallee-15-ii.jpg Trotz dieser – aus heutiger Sicht – nicht immer glücklichen Bebauung, ist es gelungen, Horn zu einem wirklich grünen Stadtteil zu machen. michael-neumann-das-grune-hinterland-der-dannerallee.jpg Nicht nur die mehr als ein dutzend Kleingärten tragen dazu bei, sondern auch die vielen Bäume, die die Strassen und Wege säumen.
Prägend für Horn sind daneben auch die zahlreichen Parks und Grünanlagen. michael-neumann-lowe-in-blooms-park.jpg Neben der Horner Rennbahn, sind dies Blooms Park an der Horner Landstrasse – hier stand einst das Herrenhaus der Familie Bloom – der Horner Park, das Horner Moor und das Schiffbeker Moor. michael-neumann-horner-moor.jpg Das im Jahre 1908 “eröffnete” Horner Moor diente noch bis in die 70er Jahre als Natur-Freischwimmbad. Heute fehlt genau eine solche Freizeiteinrichtung in unserem Stadtteil

michael-neumann-u-bahnstation-horner-rennbahn.jpg Nach der Abschaffung der Hamburger Strassenbahn entstand der U-Bahnhof Horner Rennbahn, der im Jahre 2000 komplett umgestaltet wurde. In den Neubau wurde die bis zum damaligen Zeitpunkt in der Weddestrasse untergebrachte Polizeiwache auch in die U-Bahnstation integriert.

michael-neumann-burgerhaus-dannerallee.jpg Anfang der 90er Jahre begann die Diskussion über ein Stadterneuerungsprogramm für die Horner Geest. 1999 wurde die Horner Geest dann auch “Revitalisierungsgebiet” – ein furchtbares Wort – später “Gebiet der sozialen Stadtenwicklung”, später dann – unter dem CDU-Senat – zum “Gebiet der aktiven Stadtentwicklung”.
michael-neumann-juegndcentrum-horner-geest.jpg Es wurde ein Quartiersmanager einstellt, ein Stadtteilbeirat gegründet und zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt. U.a. der Neubau des Jugendcentrums Horner Geest, der Neubau des Bürgerhauses Dannerallee, ein neues Freiraumkonzept, Umgestaltung des Horner Moores oder ein neuer Anbau für das Spielhaus Speckenreye.

2006 organisierte der Stadtteilverein Horn den 700. Geburtstag mit einem großen Fest, bei dem sogar gelang, Guildo Horn für einen Auftritt zu gewinnen.

Das Statistikamt Nord hat ermittelt, dass heute in Horn 37.492 Menschen in 19.295 Wohnungen leben. Die durchschnittliche Wohnungsgrösse beträgt in Horn 59,3 qm. Von diesen 37.492 Menschen sollen 22,2 % Zuwanderer sein. Gerade mal 49,9 % sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dafür verfügen die Horner aber über 10.788 private Pkw. 15 % der Menschen erhalten Sozialleistungen. 15,7 % der Menschen waren 2005 unter 18 Jahre alt, 18,9 % über 65 Jahre alt.
michael-neumann-stadtteilschule-horn.jpg Das einzige Gymnasium – das Gymnasium St. Georg in Horn – wurde 2005 vom CDU-Senat geschlossen. Als weiterführende Schulen gibt es noch die Gesamtschule Horn, die Schule Beim Pachthof, die Schule Hermannstal und die Wichern-Schule als private evangelische Schule.

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