Ahlhaus stellt Schill-Freund ein
Die Entscheidung von Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU), zusätzlich zum derzeitigen Personal einen „Berater für politische Grundsatzfragen des Ersten Bürgermeisters“ in die Senatskanzlei zu berufen, ist falsch. Mit seiner Entscheidung beweist der Bürgermeister einmal mehr fehlendes Fingerspitzengefühl. Der Konsolidierungszwang gilt offenbar nicht für das direkte Umfeld des Bürgermeisters. Wir haben in der Diskussion über die schlechte Finanzlage der Stadt in den vergangenen Monaten wiederholt personelle Aufblähungen in der Führungsebene des schwarz-grünen Senats kritisiert.
Ahlhaus muss die Hintergründe seiner Entscheidung erläutern. Es steht der Verdacht im Raum, dass der Bürgermeister mit dem ehemaligen Kohl-Sprecher Andreas Fritzenkötter einen steuerfinanzierten PR- und Image-Berater einstellen will. Dass es GAL und SPD gemeinsam gelungen ist, bei der Berufung Fritzenkötters eine Doppelfunktion aus Medienkoordinator des Senats und Medienberater des Bürgermeisters zu verhindern, ist ein schwacher Trost.
In meiner Anfrage an den Senat will ich unter anderem wissen, ob die Fritzenkötter-Stelle ausgeschrieben wurde, welche Aufgaben der Berater im Einzelnen wahrnehmen soll und wer diese Aufgaben bisher wahrgenommen hat.
Auch will ich wissen, ob dem designierten Bürgermeister-Berater Fritzenkötter erläutert worden ist, dass er als Dienstleister der Stadt nicht für Interessen einer politischen Partei tätig sein darf. CDU-Finanzsenator Carsten Frigge hat ja öffentlich die Einschätzung vertreten, einem Berater könne es gleichgültig sein, aus welchem Budget er bezahlt wird. Ob das der Senat ähnlich sieht und welche Konsequenzen er aus der Fehleinschätzung Frigges gezogen hat, ist offen.
Ich frage auch nach den Bedingungen, unter denen Fritzenkötter Ahlhaus beraten soll: Erhält der politische Berater einen Arbeits- oder Honorarvertrag oder trifft die Stadt eine Vereinbarung mit einem Unternehmen?, frage ich mit Blick auf einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenendausgabe). Dort heißt es, es sei unklar, welche Aufgabe Fritzenkötter für Ahlhaus übernehmen soll. “In die Pressearbeit des Senats soll er nicht eingebunden sein. Sein Posten wurde als zusätzliche Stelle geschaffen, befristet bis zum Ende der Legislaturperiode“, heißt es in dem Bericht.
Schließlich frage ich dem Senat, ob es einen Sonderarbeitsvertrag gibt und wer ihn abgeschlossen hat. Auch will ich wissen, an welcher Besoldungsgruppe oder Gehaltsstufe oder an welcher vergleichbaren Funktion sich die Vergütung Fritzenkötters orientiert.

