Spracherfordernis für Ehepartner

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 4. September vergangenen Jahres (Az. 10 C 12.12) bestätigt laut Bundesregierung „die grundsätzliche Zulässigkeit des Spracherfordernisses beim Ehegattennachzug und berührt nicht das Spracherfordernis für den Nachzug zu Ausländern“.

Beim Ehegattennachzug zu Deutschen werde „in den vom BVerwG umrissenen Ausnahmefällen künftig auf das Spracherfordernis vor Einreise zu verzichten sein“, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (17/11661) auf eine Kleine Anfrage (17/11441). Nach Ansicht der Regierung bleibe „das Spracherfordernis für den überwiegenden Teil der Betroffenen (Ehegatten von Ausländern sowie Ehegatten von Deutschen, die nicht unter die vom BVerwG festgelegten Einschränkungen fallen) sinnvoll und praktikabel“.


Senat startet Bundesratsinitiative

Hamburg ergreift im Bundesrat eine Initiative, um die Bleiberechte insbesondere junger Menschen, die sich nachhaltig integriert haben, zu stärken. Die vor rund einem Jahr in Kraft getretene bundesgesetzliche Regelung für ausreisepflichtige, gut integrierte Jugendliche und Heranwachsende (§ 25a Aufenthaltsgesetz) enthält eine Reihe unnötiger bürokratischer Hürden, die einer Aufenthaltserlaubnis im Weg stehen.

Der Hamburger Vorstoß zielt darauf ab, das Bleiberecht auf die Anerkennung erfolgreicher Ausbildungsleistungen zu konzentrieren: Bislang ausreisepflichtige junge Menschen sollen bereits nach vierjährigem Aufenthalt in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn sie hier erfolgreich eine Schule besucht oder einen anerkannten Schul- oder Berufsabschluss erworben haben. Nach der bisherigen Gesetzeslage müssen die Betroffenen in Deutschland geboren oder vor Vollendung des 14. Lebensjahres eingereist sein, sich seit mindestens sechs Jahren in Deutschland aufhalten und hier mindestens sechs Jahre erfolgreich eine Schule besucht haben sowie den Bleiberechtsantrag nach Vollendung des 15. Lebensjahres und vor Vollendung des 21. Lebensjahres gestellt haben. Weiterlesen →


Integration im Ausschuss

Der Innenausschuss des Deutschen Bundestages hat in dieser Woche über Fragen der Integrationspolitik beraten. Dabei unterrichtete die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), über den „Nationalen Aktionsplan Integration“ und den als Unterrichtung vorliegenden Zweiten Integrationsindikatorenbericht (17/8540). Nach ihren Worten konnten die an dem Bericht beteiligten Wissenschaftler von Integrationsfortschritten berichten. So zeichne sich beim Spracherwerb, der Ausbildung und am Arbeitsmarkt eine positive Entwicklung ab. Gleichwohl bestünden trotz der Fortschritte weiterhin Unterschiede und Lücken zwischen Menschen mit und solchen ohne Migrationshintergrund. Dies mache weitere Anstrengungen erforderlich.

Böhmer warb unter anderem dafür, den bei 9,9 Prozent liegenden Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst zu erhöhen. Zugleich formulierte sie für die laufende Legislaturperiode drei „Leitlinien“: Danach wolle man „Integration verbindlicher machen“ sowie „von der nachholenden zur vorbereitenden Integration“ kommen und in Deutschland eine „wirkliche Willkommens- und Anerkennungskultur“ etablieren. Mit Blick auf die Binnenwanderung innerhalb der Europäischen Union sprach sie sich zudem für einen Rechtsanspruch für EU-Bürger zur Teilnahme an Integrationskursen aus. Weiterlesen →


Hamburg bekennt Farbe!

Helmut Schmidt hat es getan. Simone Young und John Neumeier auch. So wie der Bundeskanzler a.D., die Generalmusikdirektorin und der Ballettdirektor des Hamburg Ballett haben sich zahlreiche Personen und Organisationen zu dem Aufruf von „Hamburg bekennt Farbe“ bekannt. Dazu gehören etwa Budni-Chef Cord Wöhlke, Otmar Kury, Präsident der Rechtsanwaltskammer, Firmen wie Gruner + Jahr und Airbus Operations, aber auch das Hamburger Institut für Sozialforschung, die Elternkammer, die Baseballspieler der ETV Hamburg Knights, die Jesus Freaks Wedel, der Weisse Ring und der Landesseniorenbeirat.

Die Vielfalt der Unterstützer ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie weltoffen und bunt Hamburg ist. Die Kampagne sendet ein eindrucksvolles Signal: In Hamburg haben Neonazis und Menschenfeinde keine Chance Weiterlesen →


Aktion “Verkehrsfuchs” – Termine 2012

Auch in diesem Jahr findet wieder die beliebte Aktion “Verkehrsfuchs” an diversen Schulen in Hamburg statt.

Zur Vorbereitung auf den zukünftigen Schulweg bieten seit 1969 erfahrene Polizeiverkehrslehrerinnen und -lehrer (PVKL) Wochenkurse in den Schulferien an.
In diesen Kursen werden die Kinder schrittweise an Verkehrssituationen herangeführt und üben täglich eine Stunde richtige Verhaltensweisen im Straßenverkehr. Im Vordergrund steht dabei das richtige Überqueren der Fahrbahn an den unterschiedlichsten Stellen. Weiterlesen →


Neue Regeln

Am heutigen Montag hat Sozial- und Familiensenator Detlef Scheele neue Regelungen für die Vermittlung von minderjährigen Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien angeordnet, die mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres gelten. Bevor die zuständigen Bezirke eine geeignete Pflegefamilie auswählen können, müssen angehende Pflegeeltern und alle Hausangehörigen künftig nicht nur ein Führungszeugnis, sondern auch ein Gesundheitszeugnis vorlegen, damit die Behörden Suchterkrankungen und andere relevante Krankheiten zweifelsfrei ausschließen können.

„Mit diesen Maßnahmen möchte ich zunächst sicherstellen, dass sich der Tod eines Kindes in einer Hamburger Pflegefamilie nicht wiederholt“, betont Familiensenator Detlef Scheele. Die Jugendämter in den Bezirken sind angewiesen, künftig verstärkt präventiv zu arbeiten, damit es nicht gar nicht erst dazu kommen kann, dass ein Kind bei drogenabhängigen Pflegeeltern aufwächst.“ Weiterlesen →


Weihnachtsgeld auch in Zukunft

Senat und Gewerkschaften haben eine Einigung in der Frage erzielt, in wieweit die Entscheidungen des CDU-GAL-Senats beim Weihnachtsgeld für Beamtinnen und Beamte rückgängig gemacht werden können. Das Ergebnis der Gespräche sieht eine teilweise Rücknahme der ursprünglich geplanten Kürzungen vor. Senatoren, Staatsräte und Beamte der B-Besoldung erhalten kein Weihnachtsgeld mehr. Beschäftigte mit Kindern werden besser gestellt.
 
Hintergrund: Der vorherige Senat hatte beschlossen das Weihnachtsgeld für die Beamten zu kürzen bzw. für die Besoldungsgruppen ab A13 vollständig zu streichen. Lediglich für die Besoldungsgruppen A4-A8 sollten 840 Euro und für A9-A12 710 Euro gezahlt werden. Des Weiteren war geplant auf die volle Übernahme des Tarifergebnisses zu verzichten.  Für das Jahr 2011 war eine Einmalzahlung in Höhe von 1% geplant. Im Jahr 2012 sollten die Beamtenbezüge um 1% linear steigen.
In dem von CDU und GAL vorgelegten Haushaltsplan 2011/12 waren entsprechend 180 Mio. Euro abgesetzt.

Der neue Senat hat in den letzten Wochen mehrere Gespräche mit den Vertretern der Beamten geführt. Dabei hat der Senat das Ziel verfolgt, mit den Gewerkschaften die Lage des Hamburger Haushaltes zu besprechen und zugleich die berechtigen Anliegen der Beamten aufzunehmen.
Eine vollständige Rücknahme der von CDU und GAL beschlossenen Kürzungen lässt die Haushaltslage nicht zu. Daran wird auch die Mai-Steuerschätzung nichts ändern, die morgen vorgelegt wird. Weiterlesen →


Wort gehalten

Die Versprechen der SPD zur Kita-Politik werden zum neuen Kita-Jahr Wirklichkeit und das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes wird unbürokratisch umgesetzt – das sind gute Nachrichten für Hamburgs Kinder und ihre Eltern.

Zum August 2011 werden Fehlentscheidungen des ehemaligen Schwarz-Grünen Senates zu Lasten Hamburgs Familien zurückgenommen. Zu diesen Punkten, die auch Teil der Vereinbarung der SPD mit dem Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA) sind, zählen:

-Die Rücknahme der allgemeinen Erhöhung der Elternbeiträge von bis zu 100 Euro monatlich pro Kind,
- die Rücknahme der extremen Gebührenerhöhung für behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder,
- die Abschaffung des Essengeldes,
- die Beendigung des Ausschlusses der so genannten “Kann-Kinder” vom beitragsfreien letzten Kita-Jahr und
- die Erweiterung des Rechtsanspruchs auf einen Hortplatz wieder bis zum 14. Lebensjahr.

Diese Regelungen sind gute Kinder- und Familienpolitik – sie bedeuten eine finanzielle Entlastung der Familien und zugleich eine Investition in die Zukunft.

Ziel des SPD-Senates ist es, diese zusätzlichen Mittel zum Wohle der Kinder einzusetzen. Die Verwaltungskosten sollen dabei so gering wie möglich gehalten werden. Anders als von vielen zu schwarz-grüner Regierungszeit befürchtet, werden diese Mittel zusätzlich eingesetzt und nicht anstelle von Hamburger Haushaltsmittel verwendet. Das ist ein guter Tag für Hamburgs Familien.


Erfolg der Hamburger Eltern

Die Eröffnung der 1000. Kita in Hamburg ist ein großer Erfolg der Eltern in Hamburg. Hamburgs Eltern haben durch ein Volksbegehren umfangreiche Rechtsansprüche auf Kindertagesbetreuung durchgesetzt – an der Seite der SPD und gegen den von der CDU geführten Senat. Erst das damit durchgesetzte Kinderbetreuungsgesetz ermöglichte es den Eltern, ihre Ansprüche auf einen Kita-Platz auch tatsächlich durchzusetzen und hat zu dem enormen Zuwachs an Kita-Plätzen geführt. Treibende Kraft für den deutlichen Ausbau der Kapazitäten in den Hamburger Kitas ist die Nachfrage der Eltern. Weiterlesen →


Lug & Trug

CDU-Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) täuscht die Öffentlichkeit über die tatsächliche Belastung durch die jüngste Kita-Gebührenerhöhung. Wersich hatte die Gebührenerhöhung unter anderem mit der Aussage gerechtfertigt, nur rund drei Prozent der Eltern müssten künftig den neuen Höchstsatz zahlen. Jetzt wurde bekannt: Sogar 18,3 Prozent – und damit fast jede fünfte Familie – ist vom Höchstsatz betroffen.

7000 Familien und damit 10 Prozent der Kita-Kinder mehr sind von der Gebührenerhöhung betroffen. Dreimal so viele Familien wie ursprünglich vom Senat angekündigt haben den neuen Höchstsatz zu zahlen. Entweder hat sich der Senat verrechnet, oder er hat die Öffentlichkeit getäuscht. Beides ist nicht akzeptabel.

Ich glaube, die Sozialbehörde hat keine anständige Berechnungsgrundlage für ihre Prognose gehabt. Dann hätte sie das sagen müssen. So bleibt zumindest der konkrete Verdacht, die Zahlen seien geschönt worden um die Empörung geringer zu halten. Für letzteres spricht die Tatsache, dass die Kinderzahlen teilweise bis in den 100er-Bereich genau beschrieben worden waren.

Auch die Behauptung, es gebe einige ärmere Stadtteile, in denen 90 Prozent der Eltern gar nicht von der Gebührenerhöhung betroffen seien, ist falsch. Schließlich sind alle Eltern von der Erhöhung des Essensgeldes betroffen. Und diese Erhöhung macht sich bei den kleinen Beitragssätzen besonders bemerkbar. Wenn eine Familie mit geringem Einkommen plötzlich für zwei Hortkinder 58 Euro mehr an Essensgeld pro Monat zahlen soll, dann werden es diese Eltern als Verhöhnung empfinden, wenn der Sozialsenator behauptet, die Familie sei nicht betroffen.