Unsinn U4

Reisen bildet. Bei meinem Berlinbesuch letzte Woche bin ich auf die Absurdität der “Kanzlerbahn” gestoßen. Einer U-Bahnlinie, die vom Hauptbahnhof zum Kanzleramt fährt. Und zurück. Immer nur hin und her.
Genauso sinnlos und teuer, wie der Bau der U4 in die Hamburger HafenCity. Zwei Stationen, die in eine Sackgasse führen und 350 Mio. € kosten. Bis jetzt. Dafür hätten wir die neue Stadtbahn auch bauen können. Aber das wollte die CDU ja unbedingt nicht. Und wer muss es bezahlen? Dir Hamburgerinnen und Hamburger. Danke!!!


Erst Luftnummern, jetzt Luftkissen

Die vorgestellten Pläne zum Umbau des Barmbeker Bahnhofs sehe ich kritisch. Die Barmbeker haben jahrelang Luftnummern präsentiert bekommen. Jetzt bekommen sie immerhin Luftkissen. Seit 2001 haben alle amtierenden Bausenatoren alle möglichen Versprechen zum Umbau des Bahnhofs gegeben. Passiert ist so gut wie nichts. Senatorin Hajduk sollte deshalb Verständnis dafür haben, dass man sie in Barmbek nach ihren Taten bewerten wird, nicht nach ihren Ankündigungen.

Schon Hajduks Vorgänger Gedaschko hat den Barmbekern bereits vor acht Monaten – wenige Tage vor der Bürgerschaftswahl – versprochen, die Finanzierung des Umbaus stehe und die Arbeiten würden noch im Jahr 2008 aufgenommen. Wir wissen heute, dass es frühestens im nächsten Jahr losgeht und dass die Sache vier Millionen Euro teurer wird. Ich hoffe, die Mehrkosten fließen nicht ausschließlich in die beleuchteten Luftkissen. Über deren Sinn wird die Senatorin uns sicher auch irgendwann noch informieren. Hajduk hatte bei der Vorstellung der Pläne erläutert, als Dachflächen der Bushaltestellen würden „farblich verschieden beleuchtbare Luftkissen dienen“.


Teurere Tickets sind kein Anreiz

Die vom Senat offensichtlich geplanten Preiserhöhungen für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sind irritierend. Mit immer neuen Preiserhöhungen ist das vernünftige Ziel nicht zu erreichen, mehr Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen.

Man muss Verständnis für die Belastungen der Unternehmen durch die gestiegenen Energiepreise haben. Die Argumentation, die Preiserhöhung allein darauf zurückzuführen, ist aber nicht überzeugend. Denn es ist kaum vorstellbar, dass im Falle sinkender Energiekosten die Fahrpreise wieder gesenkt werden. Ich habe den Eindruck, Umweltsenatorin Hajduk will ohne die notwendige öffentliche Diskussion Fakten schaffen.

Ohne diese Diskussion bleiben Fragen zu der offensichtlich geplanten Tariferhöhung – zum Beispiel mit Blick auf die mögliche Wiedereinführung des Sozialtickets oder den angeküdigten Bau eines Stadtbahn-Netzes. Die Pläne für eine neue Preiserhöhung beweisen in erster Linie, dass der HVV nicht Geld im Übermaß hat. Das ist kein Vorwurf. Wenn aber in Zukunft die Hochbahn auch noch für die marode Hafenbahn verantwortlich ist, dann ist zu befürchten, dass auf die Hochbahn-Nutzer schon bald neue Preiserhöhungen zukommen.

Den Kunden muss im Falle einer Tariferhöhung spürbare Verbesserungen im Angebot des HVV angeboten werden. CDU und GAL dürfen auch nicht ausblenden, dass die Preisanhebung in jedem Fall für viele Menschen eine finanzielle Mehrbelastung darstellt.