Keine HVV-Preiserhöhung zur Finanzierung der Stadtbahn

Ich fordere den Senat auf, endlich für Klarheit bei der Finanzierung der Stadtbahn zu sorgen. Der Senat kürzt und streicht an allen Ecken und Enden. Schwarz-Grün und Hamburger Verkehrsverbund haben mit Hinweis auf die angespannte Kassenlage gerade erst mitgeteilt, dass Fahrten in Buss und Bahn im kommenden Jahr erneut teurer werden. Gleichzeitig verfolgt der Senat mit der Stadtbahn ein millionenschweres verkehrspolitisches Großprojekt, dessen Kosten weiter unbekannt sind. Das passt nicht zusammen. Es kann nicht sein, dass über eine Fahrpreiserhöhung der Bau der Stadtbahn quersubventioniert wird.

Der Senat muss eine vernünftige Finanzierungskonzeption vorlegen und den angekündigten Effizienznachweis erbringen. Hamburg braucht Klarheit. Andererseits droht die Stadtbahn – bei aller positiven fachlichen Bewertung – zu einem Projekt zu werden, das Hamburg sich nicht leisten kann.

Die CDU hat – gegen alle Vernunft – am Projekt U 4 in die HafenCity festgehalten. Sie war bereit, 350 Millionen Euro für zwei U-Bahn-Haltestellen auszugeben. Die Frage nach der Finanzierbarkeit der Stadtbahn hätte heute eine andere Brisanz, wenn die CDU in der Vergangenheit schlauer gewesen wäre. Einen ungedeckten Scheck werden wir Sozialdemokraten dem schwarz-grünen Senat nicht ausstellen. Die Erfahrungen, die Hamburg mit dem Senat sowie seinen großen Bau- und Infrastrukturprojekte machen musste, rechtfertigen keinen Vertrauensvorschuss.


Was denn nun Herr Ahlhaus?

Vor Beginn der Haushaltsklausur des Senats fordere ich einen grundlegenden Kurswechsel in der CDU-Finanzpolitik. Seit dem Eingeständnis des damaligen Bürgermeisters von Beust, die Öffentlichkeit über die tatsächliche Lage des Haushalts getäuscht zu haben, kann von einem Umsteuern in Richtung Transparenz in der Finanzpolitik des Senats noch immer keine Rede sein.

Die Menschen in Hamburg haben das moralische Recht auf einen Kassensturz. Der Senat muss nicht nur sagen, wo er den Rotstift ansetzen will. Er muss auch belastbar erklären, wofür er zukünftig Geld ausgeben will.

Ich fordere in diesem Zusammenhang eine klare und unmissverständliche Aussage des Senats zum Bau der Stadtbahn und erinnere in diesem Zusammenhang auf die Regierungserklärung von Bürgermeister Ahlhaus (CDU) am vergangenen Mittwoch. In der vorab veröffentlichten Redefassung hatte es geheißen, der Bau koste „viel Geld, was wir eigentlich nicht haben“. Vor der Bürgerschaft hatte Ahlhaus diese Passage nicht verlesen. Ich halte die Stadtbahn für richtig – aber wir werden diesem Senat keinen Blankoscheck ausstellen.

Ich warne davor, unter dem Deckmantel der Haushaltskonsolidierung Kürzungen durchzusetzen, obwohl diese politisch motiviert sind. Das gilt für viele derzeit diskutierte Einsparpotenziale im Bereich Soziales und Familienpolitik. Wenn der Senat mit Balance sparen und sich selbst bei den Kürzungen nicht ausklammern würde, würden die Menschen eher akzeptieren, was auf sie zukommt.

Ich fordere den Senat auf, sich nicht erneut an denen zu vergreifen, die Hilfe brauchen – und gleichzeitig vor den Starken zurück zu zucken.

Erneut hier ein paar Einsparvorschläge der SPD-Opposition: Der Haushalt kann z.B. entlastet werden, indem die Stadt überflüssige Büroflächenanmietungen beendet, die Zahl der Studien, Gutachten und Beraterverträgen der Fachbehörden reduziert und die erhebliche Ausweitung der Personalkosten insbesondere in den Senatorenetagen rückgängig macht. Schlechte Politik wird nicht dadurch besser, dass man zusätzliche Pressesprecher einstellt, mit Blick auf entsprechende Mehrfachbesetzungen, etwa in der Innenbehörde.

Auch die ständigen Neuzuschnitte der Behörden – etwa die Neuorganisation der Kulturbehörde oder aktuell der Wechsel des Sportamts in die Innenbehörde – kostet Geld und Arbeitskraft, bringt den Menschen aber wenig und Hamburg nicht voran. Gleiches gilt für den 8,5 Millionen teuren Werbezug für die Umwelt-Hauptstadt. Die Auflösung der Arbeitsgruppe Scientology bei gleichzeitiger Einführung der Polizeireiterstaffel ist genauso unverständlich. Ähnliches gilt für Projekte wie die Arbeitsstelle Vielfalt in der Justizbehörde oder anderen Projekten, bei denen der Verdacht besteht, sie sollten in erster Linie die grüne Basis besänftigen – nach dem Motto: Wenn schon keine Primarschule und wenn schon Elbvertiefung und Kraftwerk Moorburg, dann kriegen wir zumindest ein ,Green Music Festival´.

Ich fordere weiter eine zumindest deutliche Reduzierung der Subventionierung von Büroflächenleerstand in der HafenCity – mit der lediglich das Scheitern des Senatskonzeptes zur Entwicklung des Überseequartiers verdeckt werden soll.


Unsinn U4

Reisen bildet. Bei meinem Berlinbesuch letzte Woche bin ich auf die Absurdität der “Kanzlerbahn” gestoßen. Einer U-Bahnlinie, die vom Hauptbahnhof zum Kanzleramt fährt. Und zurück. Immer nur hin und her.
Genauso sinnlos und teuer, wie der Bau der U4 in die Hamburger HafenCity. Zwei Stationen, die in eine Sackgasse führen und 350 Mio. € kosten. Bis jetzt. Dafür hätten wir die neue Stadtbahn auch bauen können. Aber das wollte die CDU ja unbedingt nicht. Und wer muss es bezahlen? Dir Hamburgerinnen und Hamburger. Danke!!!


Rückschlag für das Projekt S 4

Im Sommer sagte die CDU, die Projekte S 4 und Stadtbahn müssten gleichermaßen vorangetrieben werden. Jetzt hat sich offenbar die GAL durchgesetzt, der das Projekt Stadtbahn bekanntlich wichtiger ist als die S 4.

Ich erinnere daran, dass für die Stadtbahn von der Stadtentwicklungsbehörde bereits im Sommer 2008 die Trassenfreihaltung angeordnet worden war. Für das Projekt S 4 soll entsprechendes aber nicht gelten. Wie kann man dagegen stimmen, wenn man ansonsten vorgibt, für die S 4 zu sein?.

An der Strecke wird viel gebaut. Es muss möglich sein, die entsprechenden Vorhaben mit dem Projekt S 4 unter einen Hut zu bringen und zu einer Planung aus einem Guss zu kommen. Nachdem bekannt wurde, dass beim Bau der Straßenbrücke Dassauweg in Meiendorf nur ein drei, nicht aber ein viergleisiger Ausbau der Strecke planerisch berücksichtigt wurde, verfestig sich der Eindruck, dass die verschiedenen Planer aneinander vorbei arbeiten. Dieses Gewurschtel muss endlich aufhören. Weiterlesen →


Bauprojekte in Finanznot

Mit Blick auf die teilweise millionenschweren Kostensteigerungen bei städtischen Bauprojekten fordere ich von der schwarz-grünen Koalition eine grundlegende Überarbeitung ihrer Investitionsplanung. Die massiven Probleme bei der Realisierung wichtiger Bau- und Infrastrukturmaßnahmen lassen Fehler im System von Bauplanung und Baukontrolle vermuten.

Der Senat trägt durch ein erwiesenermaßen mangelhaftes Controlling bei großen Projekten eine Mitschuld an den teilweise extremen Kostensteigerungen städtischer Großprojekte. Gleichzeitig hat der Senat die Behörden teilweise so sehr ausgedünnt und die Zahl der Fachexperten derart reduziert, dass die Stadt bei Verhandlungen mit Großunternehmen fast zwangsläufig in eine schwierige Position gerät.

Die millionenschweren Zusatzkosten bei der Realisierung der Elbphilharmonie etwa sind gleichermaßen Resultat schlechter Kontrolle und einer für die Stadt schlechten Verhandlungsführung. Hier muss es eine Korrektur geben. Denn die nächsten Großprojekte hat der Senat bereits angekündigt. Und wenn sich die Stadtentwicklungssenatorin dabei nicht traut, den möglichen Kostenrahmen zu beziffern, ist das ein Alarmsignal. Der Senat hantiert nicht mit seinem Geld, sondern mit dem Geld der Steuerzahler. Weiterlesen →


Schlechte Finanzpolitik hat Folgen

Erstmals seit 14 Jahren ist Hamburg auf Geld aus dem Länderfinanzausgleich angewiesen. So die Antwort des Senates auf eine Anfrage meiner Fraktion. Dies belegt, dass der Senat keine nachhaltige Wirtschafts- und Finanzpolitik betrieben hat. Trotz des drastischen Einnahmerückgangs steigen die laufenden Betriebsausgaben der Behörden zu Lasten der Investitionen. Von 2009 bis 2012 um über 1 Milliarde Euro jährlich. Dass Hamburg im Ländervergleich jetzt so schlecht dasteht liegt nicht nur an der aktuellen Konjunkturkrise, sondern ist das Ergebnis einer längerfristigen Entwicklung.

Uns fehlt das Geld zum Gegensteuern. Beispielsweise für Investitionen, die man im Rahmen eines regionaler Hamburger Konjunkturprogramms dringend benötigt. Die Finanzpolitik unter Herrn Freytag läuft wider besseren Wissens in die falsche Richtung. Er schmeißt das Geld zum Fenster raus als gäbe es kein Morgen.

Natürlich zeigen die Zahlen der Halbjahresbilanz auch, dass die Hansestadt überproportional von der Wirtschaftskrise betroffen ist, doch das darf den Senat nicht überraschen. Schließlich ist Hamburg nicht erst seit vorgestern Außenhandelsstandort und somit Indikator für Auf-, aber auch Abschwung. Umso schlimmer, dass sich von Beust und Freytag verhalten wie finanzpolitische Geisterfahrer. Um wieder in die richtige Spur zu kommen müssten die „schwarz-grünen Liebesgaben“ nun dringend auf den Prüfstand.

Die Halbjahresbilanz sei ein weiteres Argument gegen kostspielige Projekte wie Schulreform und Stadtbahn. Mindestens jedoch bei seinen Prestigeobjekten muss der Finanzsenator die Kosten in den Griff bekommen. In Fachkreisen spricht man inzwischen bereits über den „Hamburger Baukosten-Zuschlag“ und meint damit eine Kostensteigerung von 100 Prozent. Da freut man sich doch, dass das jüngste Projekt, die Polizeischießanlage, nur 30 Prozent teurer wird als geplant.


Stadtbahn: Bahn frei in Richtung City

Die Pläne einer Süd-Variante der Hafenquerspange sind überraschend. Die vorgestellte Version einer Süd-Spange klingt aber interessant. Der Schwenk in der Planung ist aber für alle Beteiligten überraschend.

So hat die CDU noch vor gut einem Jahr erklärt, es gebe zur Planung der Hafenquerspange durch den nördlichen Hafenbereich keine Alternative. Nun mahne ich den Senat, zügig ein umfassendes Konzept zum Aufbau eines Stadtbahnnetzes in Hamburg vorzulegen. Wir begrüßen dieses Großprojekt. Und wir wollen weder, dass es im Chaos versinkt wie das Großprojekt Elbphilharmonie, noch dass es in absehbarer Zeit nicht verwirklicht wird wie das Großprojekt Stadtwerke. Weiterlesen →


Gute Nachricht: Stadtbahn kommt!

Die angekündigte Wiedereinführung der Stadtbahn ist eine gute Entscheidung. Ich fordere den Senat auf, schnell einen möglichst flächendeckenden Ausbau des Schienennetzes auf die politische Tagesordnung zu setzen.

Ich bedauere gleichzeitig die jahrelange Blockade des Projektes durch die CDU. Aus rein ideologischen Gründen hat die CDU die bereits weit fortgeschrittenen Planungen nach dem Regierungswechsel 2001 eingestellt. Wir haben acht Jahre verloren. Die Stadtbahn könnte in Hamburg schon längst fahren. Weiterlesen →


Haushalt ist Makulatur

Die WELT Hamburg hat ein Gespräch mit mir geführt.

“Angesichts der Wirtschaftskrise hält SPD-Fraktionschef Michael Neumann es für besser, im kommenden März lediglich den Etat für das Jahr 2009 zu verabschieden. Für 2010 hält er derzeit keine seriöse Vorhersage für möglich. Der 38-Jährige führt seit 2004 die sozialdemokratische Fraktion im Landesparlament.
WELT ONLINE sprach mit SPD-Fraktionschef Michael Neumann über interne Personalquerelen und die Herausforderungen angesichts der Wirtschaftskrise.

WELT ONLINE: Herr Neumann, derzeit tobt in Eimsbüttel ein Machtkampf zwischen zwei Kandidaten. Können Sie sich das erlauben?

Michael Neumann: Der Streit in Eimsbüttel wird Anfang nächsten Jahres beendet sein. Dann können wir die Energie, die wir für internen Streit verschwenden, für die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner verwenden. Weiterlesen →


Teurere Tickets sind kein Anreiz

Die vom Senat offensichtlich geplanten Preiserhöhungen für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sind irritierend. Mit immer neuen Preiserhöhungen ist das vernünftige Ziel nicht zu erreichen, mehr Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen.

Man muss Verständnis für die Belastungen der Unternehmen durch die gestiegenen Energiepreise haben. Die Argumentation, die Preiserhöhung allein darauf zurückzuführen, ist aber nicht überzeugend. Denn es ist kaum vorstellbar, dass im Falle sinkender Energiekosten die Fahrpreise wieder gesenkt werden. Ich habe den Eindruck, Umweltsenatorin Hajduk will ohne die notwendige öffentliche Diskussion Fakten schaffen.

Ohne diese Diskussion bleiben Fragen zu der offensichtlich geplanten Tariferhöhung – zum Beispiel mit Blick auf die mögliche Wiedereinführung des Sozialtickets oder den angeküdigten Bau eines Stadtbahn-Netzes. Die Pläne für eine neue Preiserhöhung beweisen in erster Linie, dass der HVV nicht Geld im Übermaß hat. Das ist kein Vorwurf. Wenn aber in Zukunft die Hochbahn auch noch für die marode Hafenbahn verantwortlich ist, dann ist zu befürchten, dass auf die Hochbahn-Nutzer schon bald neue Preiserhöhungen zukommen.

Den Kunden muss im Falle einer Tariferhöhung spürbare Verbesserungen im Angebot des HVV angeboten werden. CDU und GAL dürfen auch nicht ausblenden, dass die Preisanhebung in jedem Fall für viele Menschen eine finanzielle Mehrbelastung darstellt.