Museum Altona hat Zukunft!

Anlässlich der bevorstehenden Sitzung des Stiftungsrates der “Stiftung Historischer Museen” fordere ich vom Senat, keine Tatsachen zu schaffen und das Museum nicht unwiederbringlich zu zerstören. Das würde auch die gesamte Stiftung Historische Museen ins Mark treffen. Außerdem ist die Befassung des politischen Souveräns, der gewählten Bürgerschaft, abzuwarten, bevor eine Entscheidung zur Schließung des Museums überhaupt getroffen werden darf.

Es ist im Vorfeld dieser unsäglichen ad-hoc-Entscheidung weder geprüft worden, ob die Schließung laut Stiftungsgesetz rechtlich überhaupt zulässig ist, noch sind die Ergebnisse der Maßnahmen aus dem sog. Baumstark-Bericht (Zwischenbilanz der Expertenkommission zur Entwicklung der Hamburger Museumsstiftungen) abgewartet worden. Herr Stuth hätte alle Möglichkeiten gehabt, im Vorfeld Stellungnahmen einzuholen und Alternativpläne zu entwickeln. Hier offenbart sich ein riesiges Kommunikationsdefizit.

Nachdem schon seine Vorgängerin von Welck mit dem Ausverkauf von Museumsstücken geliebäugelt hat, um das Budget der Kunsthalle aufzubessern, beweist der neue Senator Stuth mit den Schließungsabsichten, dass er offenbar überhaupt kein Bewusstsein für das kulturelle Erbe der Freien und Hansestadt Hamburg besitzt. Ein erheblicher Teil der originären Aufgaben von Museen ist das Sammeln, Bewahren und Forschen. All dies würde unwiderruflich verloren gehen, wenn das Altonaer Museum, wie angekündigt, zum Jahresende 2010 geschlossen würde. Weiterlesen →


Nordstaat?!

Ich mahne eine nüchterne und ernsthafte politische Diskussion über Chancen und Risiken eines Nordstaats an. Die Frage ,Nordstaat oder nicht?´ bleibt auf der Tagesordnung. Deshalb ist es gut, wenn sich Politik und Gesellschaft länderübergreifend dieses Themas annehmen.

Für ein neues Buch habe ich 27 Vertreterinnen und Vertreter aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Kirchen für Beiträge gewinnen können. Unter ihnen sind der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU), Bremens Bürgermeister Jens Börnsen und der schleswig-holsteinische Innenminister Klaus Schlie. Der Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts, Prof. Thomas Straubhaar und der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, zählen ebenso zu den Autoren wie die Direktorin des NDR-Landesfunkhauses, Maria von Welser oder Elisabeth Chowaniec, Beauftragte der Nordelbischen Evangelischen-Lutherischen Kirche bei Senat und Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Diskussion über das Für und Wider einer Fusion der norddeutschen Bundesländer kann zu einer Leitplanke für eine Entwicklung werden, an deren Ende die norddeutschen Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen und Bremen zu einem Nordstaat werden können. Sowohl der Diskussion als auch der möglichen Entwicklung hin zu Länderfusionen muss Zeit und Raum gegeben werden. Wenn – wie in der Vergangenheit – zu Beginn solcher Überlegungen die Frage nach der Hauptstadt eines solchen Nordstaates in den Mittelpunkt gerückt wird, würgt das jede vernünftige Diskussion ab. Sinnvoller ist es, der Entwicklung Raum zu geben – insbesondere durch eine intensivere länderübergreifende Kooperation zwischen Politik und Verwaltung. Hier gibt es zum Beispiel zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein schon erfolgversprechende Ansätze, etwa in der Medienpolitik. Gleichzeitig gibt es aber auch Probleme, die man eigentlich im vergangenen Jahrhundert hätte lösen können und müssen, mit Blick auf den Streit zwischen Hamburg und Kiel, was das Gastschulabkommen betrifft.

Bei der ganzen sicherlich notwenigen Diskussion, die vor Allem ökonomisch und unter Effizienz-Gesichtspunkten geführt werden muss, darf aber auch nicht vergessen werden, dass die emotionale Bindung an Hamburg für viele Menschen unserer Stadt eine große Bedeutung hat. Manche mögen über den Begriff Heimat lächeln, aber ich bin fest davon überzeugt, dass der Nordstaat nur gelingen kann, wenn die Menschen ihn nicht nur technokratisch, sondernd vor allem auch emotional, d.h. mit dem Herzen wollen.

Gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität und dem Hamburger Welt-WirtschaftsInstitut werde ich zu diesem Thema im Herbst ein wissenschaftliches Colloquium durchführen.


Sieben Thesen von Michael Wolffsohn

Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr München hat in der WELT sieben provokante Thesen zur Entwicklung der Bundeswehr formuliert. HIER sein Text.