Nachdem die Hamburger Polizei wegen zu erwartender Störungen dem FC St. Pauli den Kartenverkauf an Fans des FC Hansa Rostock durch eine Verfügung untersagt hatte, legte der Rostocker Club beim VG Hamburg Beschwerde dagegen ein. Die Beschwerde wurde auch vom OVG zurück gewiesen. Darauf hin meldete der FC Hansa Rostock für den 22.04.2012 von 11.00 Uhr bis 13.30 Uhr einen Aufzug an, der am 21.04.2012 vom OVG Hamburg bestätigt wurde.

Die Marschroute der etwa 1.700 Fans des FC. Hansa Rostock führte vom Bahnhof Hmb.-Altona etwa vier Kilometer durch Altona zurück zum Bahnhof und wurde vom Versammlungsleiter gegen 14.00 Uhr für beendet erklärt. Der Aufzug verlief ohne Störungen und die Rostocker Fans verließen Hamburg planmäßig mit dem Zug vom Hamburger Hauptbahnhof.

Während des Fußballspiels hielten sich bis zu 800 Anhänger des FC St. Pauli auf dem Vorplatz des Millerntorstadions auf. Gegen 14.40 Uhr wurden Polizeikräfte von Anhängern des FC St. Pauli, die in einem Veranstaltungszentrum in der Marktstraße das Spiel im Fernsehen verfolgt hatten, massiv mit Gegenständen beworfen. Die Täter flüchteten. Kurz vorher war einem Besucher des Fußballspieles durch eine kleinere Gruppe von Anhängern des FC St. Pauli eine Jacke geraubt und verbrannt worden.

Kurz nach 15.00 Uhr wurden Polizeikräfte in der Budapester Straße massiv mit Steinen und Flaschen beworfen, anschließend wurden Polizeibeamte im Bereich Paulinenstraße/Thadenstraße mit Würfen attackiert. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Flaschenwurf am Kehlkopf verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Im Bereich Neuer Pferdemarkt wurden die Pferde und Reiter der Hamburger Reiterstaffel mit Signalmunition beschossen, so dass die Einheit aus dem Einsatz abgezogen werden musste.

Immer wieder musste die Hamburger Feuerwehr ausrücken, um brennende Müllcontainer und Dixie-Klos im Bereich St. Pauli zu löschen. In der Gerhardstraße wurde ein Lokal entglast und gegen 16.15 Uhr schleppten Störer im Bereich Clemens-Schulz-Straße/Thadenstraße, wie bereits zuvor in der Annenstraße, Baustellenmaterial auf die Fahrbahn, so dass der Fahrverkehr blockiert wurde.

Gegen 16.30 Uhr bewarfen 10 vermummte Personen einen Kradfahrer der Verkehrdirektion, der für Verkehrslenkungsmaßnahmen eingesetzt war mit Gegenständen. Der Beamte wurde leicht verletzt und das Krad wurde beschädigt.

Ab etwa 17.00 Uhr hielten sich noch etwa 200 St. Pauli-Anhänger auf dem Stadionvorplatz und etwa 300 bis 400 im und vor dem Vereinslokal in der Budapester Straße auf.

Nach jetzigem Kenntnisstand wurden zwei Polizeibeamte verletzt. Sieben Störer wurden wegen Verdacht des Landfriedensbruchs vorläufig festgenommen und sieben Personen wurden in gewahrsam genommen.

Die Polizei war mit Unterstützung aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit insgesamt 1.512 Beamten im Einsatz.

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