Frigge gesteht
Ich sehr mich durch die Aussagen von Finanzsenator Carsten Frigge (CDU) in meiner zentralen Kritik an den Ergebnissen der Haushaltsklausur des Senats bestätigt. Ich hatte kritisiert, dass die dreitägige Klausur zu keiner Einsparung gegenüber der Finanzplanung des früheren Finanzsenators Michael Freytag geführt hat. Diese Kritik hat Frigge mittlerweile öffentlich bestätigt.
Ich verweise auf Aussagen Frigges gegenüber dem Fernsehsender Hamburg 1. Dort hatte der CDU-Finanzsenator – angesprochen auf die Ergebnisse der Haushaltsklausur und die finanzpolitischen Ziele des Senats – erklärt: “Wir kommen genau dort an, wo wir uns als Ziel gesetzt haben – nämlich auf der Ausgabenhöhe der Eckdatendrucksache des vergangenen Dezembers.”
Wenn Kürzungen bei den Gehältern, den Sozialleistungen und der Kultur nicht zu einer Verminderung der Gesamtausgaben führen, ist das kein Sparprogramm, sondern eine millionenschwere Umverteilung. Im Vergleich zum abgerechneten Haushaltsjahr 2009 werden die Ausgaben der Stadt nicht um 500 Millionen Euro gesenkt, sondern sogar um 550 Millionen Euro erhöht. Leider hat der Senat in seinen Presseinformationen nicht dargestellt, wie sich diese Mehrausgaben begründen. Wir werden erst mit Vorlage der Haushaltspläne erfahren, welche neuen schwarz-grünen Sonderprojekte auf Kosten der Kultur, der Studierenden und der Steuerzahler finanziert werden sollen.
Ich warne vor den Folgen dieser unsoliden Finanzpolitik: Die Stadt wird mit den Senatsplänen in den Jahren 20011 und 2012 insgesamt über 2,5 Milliarden Euro mehr ausgeben als einnehmen. Dieses Defizit muss durch neue Schulden und Vermögensverkäufe ausgeglichen werden. Es ist nicht nachvollziehbar, wie ein Finanzsenator mit solchen Haushaltplänen gegenüber der Öffentlichkeit behaupten kann, der Haushalt der Stadt stehe “nicht mehr auf tönernen, sondern auf festen Füßen”. (Aussage ebenfalls gegenüber Hamburg 1).
Gegenüber Herbert Schalthoff (Hamburg 1) hatte Frigge unter anderem erklärt:
“Wir haben eine ganze Reihe von Projekten in der Stadt, die wir fortführen, die auch der allgemeinen Teuerungsrate unterliegen, die selbstverständlich teurer werden, und wir kommen genau dort an, wo wir uns als Ziel gesetzt haben – nämlich auf der Ausgabenhöhe der Eckdatendrucksache des vergangenen Dezembers. Das war das Ziel, und das werden wir erreichen.”
Das gesamte Gespräch zwischen Finanzsenator Frigge und Herbert Schalthoff:
http://www.hamburg1.de/aktuell/Nachgefragt_mit_Carsten_Frigge-4916.html


