Ich bin besorgt über den Unmut über den Führungsstil der Hamburger Polizeiführung. Auch mich erreichen viele kritische Stimmen aus der Polizei: Die Führungsrunden gleichen Befehlsausgaben, anstelle von Kooperation gibt es lediglich Ansagen aus dem Küchenkabinett des Polizeipräsidenten.
Eine moderne Großstadtpolizei wie die Hamburger kann man nicht mit Methoden aus den späten 50er Jahren des letzten Jahrhunderts führen. Mir scheint da unsere Bundeswehr weiter zu sein, als Teile der Hamburger Polizeiführung.
Der Unmut innerhalb der Hamburger Polizei ist verständlich. Der Herr Innensenator bürdet den Beamten auf der Straße durch Einsparungen und Personalwegfall immer größere Belastungen auf. Gleichzeitig investieren Polizeiführung und Behördenleitung in Projekte, die nicht der Einsatzkraft der Polizei dienen, sondern lediglich dem Prestige der Hauptakteure in Innenbehörde und Polizeipräsidium. Ich erinnere dabei insbesondere an die von Innensenator Ahlhaus forcierte Wiedereinführung einer Reiterstaffel in Hamburg.
Herr Ahlhaus gehört seit Jahren zur Führung der Innenbehörde. Er darf sich nicht wegducken. Er muss klar sagen, ob er über die Kritik an der Führungskultur innerhalb der Polizei informiert war und was er gegebenenfalls getan hat. Auch die GAL – die eine hohe Beteiligungskultur immer gefordert hat – muss sich zu den aktuell erhobenen Vorwürfen äußern.

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