Wohnungseinbrüche explodieren
Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) muss angesichts der aktuellen Fallzahlen beim Wohnungseinbruch, kurzfristig das in Bremen erfolgreich angelaufene Projekt der so genannte künstlichen DNA auch in Hamburg auf den Weg zu bringen. Die jetzt bekannt gewordenen Zahlen zum Wohnungseinbruch sind alarmierend und für das Sicherheitsempfinden der Menschen besorgniserregend. Es wird Zeit, auch neue Wege zu gehen.
Das in Bremen angelaufene Projekt ist vielversprechend. Hamburg sollte nicht warten, sondern handeln. Wenn die Innenbehörde jetzt loslegen würde, könnte zur nächsten Einbruchssaison im Herbst auch in besonders von Einbrüchen betroffenen Hamburger Stadtteilen mit dem Projekt gestartet werden.
Hintergrund der Forderung ist die offenbar über 33%ige Zunahme beim Wohnungseinbruch im 1. Halbjahr 2010.
Hintergrund: Bremen hat im letzten Herbst ein bundesweit einmaliges Projekt zur Verhütung von Einbruch und Diebstahl gestartet: Mit dem Einsatz sogenannter künstlicher DNA soll eine nachhaltige Präventionswirkung und eine deutliche Reduzierung der Wohnungseinbrüche erreicht werden. Wertvolle Gegenstände, die vor Diebstahl geschützt werden sollen, können von den Bewohnern mit der künstlichen DNA – einer durchsichtigen Markierungsflüssigkeit, die ähnlich einem Lack auf Gegenstände aufgebracht wird -markiert werden. Zugleich werden Schilder und Warnzeichen angebracht, die darauf hinweisen, dass die Häuser und Wohnungen DNA-gesichert sind. Mit diesem Verfahren können Bremer Polizisten Diebesgut sofort als solches identifizieren.
Außerdem enthält die künstliche DNA winzige Mikrochips, mit denen die Beamten den eigentlichen Besitzer von gestohlenem Schmuck, Computern oder Antiquitäten aus einer Datenbank ermitteln können. Nach Medienberichten ist die Zahl der Einbrüche in Bremen – im Gegensatz zum Hamburg – seitdem gesunken. Dressel hatte schon im Winter beim Senat nachgehakt: Die Einbruchszahlen zwingen zum Handeln – nicht irgendwann, sondern jetzt vor der nächsten Einbruchssaison.


