…sah ich dieses Plakat. Nicht, dass ich zum Raucher bekehrt wurde, aber die Rolle rückwärts von Schwarz-Grün in der Frage des Nicht-Raucherschutzes fand ich damals schon atemberaubend.
Dass es aber nun auch schon solche öffentlichen Unmutsbekundungen beim Bäcker um die Ecke gibt, macht deutlich: Es wird langsam aber sicher eng, Herr von Beust.
Schulreform, Elbphilharmonie, Kitagebührenerhöhung, Mai-Krawalle, Autobrandserie, Millionenteurer Umbau der Ahlhaus-Villa, Harley-Days, Personalabbau bei Polizei und Feuerwehr, Ermittlungsverfahren gegen den Finanzsenatorfreund des Bürgermeisters, Umfragetief, Bürgermeister-Nachfolgedebatte in der CDU, HSH-Nordbank – nur ein paar wenige Schlagworte aus zwei Jahren ach so erfolgreicher, schwarz-grüner Senatspolitik in Hamburg.
14. Mai 2010 um 05:37
Äh – und die SPD hätte in Hamburg nie ein Rauchverbot erlassen? Ich frag ja nur, weil sie in den Ländern, in denen sie regiert, ja ganz genauso erwachsenen Menschen das Rauchen verbietet.
14. Mai 2010 um 06:02
Moin, doch, klar. Aber der Weg zu der -aus meiner Sicht – noch nicht einmal gerichtsfesten Schwarz-grünen Regelung für Hamburg war nicht mit unprofessionell, sondern auch noch eine Ohrfeige für nicht wenige Gastronomen. Sie hatten nicht gering investiert und konnten sich das nun “in die Haare schmieren”. Das ist ja auch der Tenor dieses Plakates.
Worum es mir aber in erster Linie geht, ist weniger Mitleid für Raucher oder Bäckertien, sondern der sich über die Jahre in verschiedenen Bereichen aufgestaute Frust über Herrn v. Beust. Der Teflon-Bürgermeister hat offensichtlich seine einzige Eigenschaft verlortn. Es werden ihm politische Entscheidungen seines Senates nun auch persönlich zugeordnet.
Nicht mein neu entdecktes Herz für Raucherinnrn und Raucher. Auch wenn ich in dieser Frage nie militant war.
Sonniges Wochrnende.
Ihr Michael Neumann.
14. Mai 2010 um 11:18
[...] (via) Ähnliche Artikel:Hamburg: Die fetten Jahre sind vorbei [...]
30. Juli 2010 um 13:18
Die Szene der Burschenschaften, Verbindungen etc. ist bunt, sie reicht aber auch leider weit nach rechts. Mir persönlich sind schlagende Verbindungen eher suspekt, auch deren Verhaltensweisen und Riten sind mir mehr als fremd. Das gilt für den „Ehrbegriff“, die „ewigen Ideale Deutschlands“, den Alkoholkonsum, das Frauenbild oder auch das Absingen seltsamer Lieder. Auch Fackelmärsche und das Absingen der ersten beiden Strophen des Deutschlandliedes sind nicht mein Ding.
All diese Dinge werden natürlich nicht in allen Burschenschaften etc. gepflegt, prägen aber leider in der Öffentlichkeit das Bild von all diesen Vereinen. Auch bei mir.
Dabei bin ich mir durchaus der emanzipatorischen Leistungen der Studenten im Widerstand gegen Napoleon oder im Streit für die Bildung eines deutschen Nationalstaates bewusst. Doch leider ist – wie Sie sicherlich wissen – schon in der Kanzlerschaft Bismarcks ein Abdriften „nach rechts“ ins übersteigerte „Nationale“ in Teilen festzustellen. Auch ist die Rolle während der Weimarer Republik nicht unbedingt Ausweis für republikanisch-demokratische Gesinnung gewesen. Über den Nationalsozialismus will gar nicht weiter schreiben. Aber auch da kann und darf man nicht alle über einen Kamm scheren. Doch ist in der Öffentlichkeit ein nicht nur positives Bild der verschiedenen Organisationen entstanden.
Dies mögen Sie als blöd, unangemessen, ahistorisch, gar beleidigend empfinden, es war und ist jedoch nicht meine Absicht, Sie persönlich zu beleidigen. Nicht nur, weil ich Sie nicht kenne, noch weil ich bösartig Ihr Engagement „verteufeln“ möchte oder kann.
Wenn aber all diese Vorurteile falsch sind, dann wäre es doch an Herrn Ahlhaus zu klären, weshalb mit Bekanntwerden seines Engagements sofort seinen Austritt erklärt hat. Entweder ist das alles harmlos, dann muss er auch nicht austreten, sondern kann zu seinen Überzeugungen stehen, oder eben nicht. Das muss er aber klären. Das kann ich ihm nicht abnehmen.
Was den Verfassungsschutz angeht, so weiß ich aus den Berichten unseres Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, dass solche Organisationen Gegenstand der Beobachtung waren oder sind. Natürlich nicht alle und jede Verbindung. Dafür gibt es weder Anlass, noch haben die Sicherheitsorgane dafür ausreichend Personal.
Vielleicht entspannt all dies die Diskussion.
Trotzdem: Schönes Wochenende.
Ihr Michael Neumann.