Der Rechnungshofpräsident hat vielfältige Verstöße gegen die Grundsätze einer sparsamen Haushaltsführung festgestellt. Diese Verstöße haben auch im Haushaltsausschuss der Bürgerschaft immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Finanzsenator Freytag geführt.
Der Rechnungshof kritisiert nicht nur die Planung und Umsetzung von Einzelprojekten. Er bemängelt auch ein zunehmendes, grundsätzliches Problem des Senatshandelns: dass bei vielen Großprojekten auf eine frühe Wirtschaftlichkeitsuntersuchung verzichtet wird, weil das entsprechende Projekt ,politisch gewollt´ ist. Diese Kritik ist ebenso bemerkenswert wie die Empfehlung des Rechnungshofpräsidenten, der Senat solle sein selbst verkündetes Leitbild ernster nehmen und eine Politik mit Weitsicht betreiben.
Der Rechnungshof hat zudem gefordert, die Beteiligung und Information der Bürgerschaft bei finanzwirksamen Entscheidungen zu verbessern. Die von Schwarz-Grün vor kurzem im Alleingang durchgesetzte Einführung eines Neuen Haushaltswesen steht in deutlichem Widerspruch zu dieser Forderung. Mit dem von CDU und GAL beschlossenen Neuen Haushaltswesen wird die Haushaltsführung des Senats in Zukunft noch undurchsichtiger und vom Parlament kaum noch kontrollierbar. Das Budgetrecht des Parlaments wird ausgehebelt, denn die Senatoren könnten zukünftig willkürlich Millionenbeträge verschieben, ohne das Parlament überhaupt zu informieren.

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