Den Schulentwicklungsplan hätte man besser in der Schublade gelassen. Nach dem erfolgreichen Volksbegehren kann die Schulbehörde nicht einfach weitermachen wie bisher. Die Schulpolitik braucht jetzt eine Denkpause, konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten und eine neue Diskussionskultur.
Wir erkennen einige nachträgliche Verbesserungen an. Die vier Kernprobleme der Standortplanung hat die Schulbehörde jedoch nicht gelöst.
Viele neue Stadtteilschulen sind ohne die Klassen 5 und 6 und ohne eigene Oberstufe schlicht nicht lebensfähig. Die Senatorin muss endlich ein Konzept vorlegen, wie an jeder Stadtteilschule eine Oberstufe eingerichtet werden kann. Die jetzigen Versprechungen sind ohne Konzepte haltlos.
Fast 100 bislang intakte Grundschulen werden zu 47 Primarschulen fusioniert. Die Behörde hat bis heute nicht gesagt, wie Fusion und Betrieb von Schulen mit zwei Kollegien und zwei entfernt liegenden Gebäuden gelingen können.
Rund 19 Primarschulen arbeiten räumlich oder inhaltlich eng mit Gymnasien zusammen. Die Gefahr ist groß, dass Hamburgs Bildungselite hier ihre Kinder anmeldet und sich die sozialen Gruppen schon ab Klasse 1 trennen. Gemeinsames lernen sieht anders aus.
Die Abschaffung des Elternwahlrechts verwehrt 20% aller Kinder den Zugang zum Gymnasium. Aufgrund dieses Schülerschwunds werden vor allem in den sozial benachteiligten Stadtteilen die Gymnasien schließen müssen. Soziale Gerechtigkeit im Bildungswesen sieht anders aus.
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