Hamburg droht in der härter werdenden Konkurrenz der Sportstandorte zurück zu fallen. Bei der Bewerbung Hamburgs um die Universiade hat der Senat gekniffen, bei der Bewerbung um die Schwimm-WM ist er gescheitert. Die Zukunft des Tennis-Turniers am Rothenbaum ist ungewiss, andere Großveranstaltungen wie die Judo-WM, der Judo-World-Cup, das “Basketball-Final-Four” oder die Beachvolleyball Europaserie werden an anderen Standorten stattfinden.
Ich fordere eine Umorientierung zugunsten des Breitensports und spreche mich unter anderem für eine Ausweitung der Nutzungszeiten von Sport- und Schwimmhallen aus.
Gleichzeit brauchen wir eine umfassende Konzeption für den Sportstandort Hamburg. Niemand weiß, was der Senat will und wie die Sportstadt Hamburg sich in der immer stärkeren Konkurrenz behaupten will. Die Handelskammer spricht von Ziellosigkeit in der Sportpolitik, die Hamburg Marketing Gesellschaft bedauert zu Recht, Hamburg werde als Sportstadt nicht wahrgenommen.
Die Cyclassics gibt es seit 15 Jahren, den Marathon seit 24 Jahren und den Triathlon seit acht Jahren. Auch diese erfolgreichen Großveranstaltungen brauchen eine Perspektive, eine Weiterentwicklung.
Wo die Sportpolitik Erfolge erzielt hat – etwa beim Sportentwicklungsplan, der Rettung der Lehrschwimmbecken oder der Sanierung von Sportstätten – hat sich der Senat auf die Unterstützung aller Bürgerschaftsfraktionen stützen können. Wo der Senat auf sich allein gestellt ist, sieht es finster aus. Die Gedankenspiele zur Einführung einer Sportsteuer verunsichern in regelmäßigen Abständen die Vereine, der Umzug der Behörde sei mit erheblichen Mehrkosten verbunden.
Der Senat fördert Events auf Kosten des Breitensports. So verkauft der Senat etwa Triathlon-Wettbewerbe als Veranstaltungen des Breitensports, obwohl allen Fachleuten klar ist, dass es sich hier um Individualsport handelt, der mit organisiertem Vereinssport selten etwas zu tun hat. Um die Konkurrenzfähigkeit des Sportstandorts Hamburg zu stärken, muss mehr in die Sanierung von Sportanlagen investiert werden. Ich mahne eine konsequente Arbeit bei der Sportentwicklungsplanung an. So hat München Jahrzehnte gebraucht, um eine erfolgreiche Planung abzuschließen. Hamburg hat schon viel zu viel Zeit verloren.
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