Die Nachrichten über Bleibeprämien für Beschäftigte der HSH-Nordbank sind empörend. Die Prämienregelung ist neuer Beweis dafür, dass die Geschäftspolitik der Bank mit dem Wort Chaos noch nett umschrieben ist. Was in dieser Bank passiert, kann in der Stadt niemand mehr nachvollziehen.
Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein müssen jetzt dafür Sorge tragen, dass die angeschlagene Bank nicht weiter Steuergelder verbrennt. Immer deutlicher wird, dass Hamburg und Kiel sich in den vergangenen Jahren durch falsche Sach- und Personalentscheidungen in eine unerträgliche Erpressungssituation gebracht haben.
Herr Nonnenmacher redet öffentlich von nötiger Bescheidenheit. Mit seiner Maßlosigkeit hat er aber eine Lawine losgetreten, die die Bank jetzt vollständig zu ruinieren droht. Wenn jetzt auch andere Bankbeschäftigte, die qualifiziert sind oder sich für qualifiziert halten, einen Nachschlag fordern, werden sie das mit Hinweis auf den Millionenbonus für ihren Chef tun.
Der Senat hat den 2,9-Millionen-Zuschlag an Nonnenmacher mitgetragen, Bürgermeister von Beust hat ihn öffentlich gerechtfertigt. Von Finanzsenator Freytag erwarte ich nichts mehr. Aber vom Bürgermeister erwarte ich, dass er jetzt endlich handelt. Die Zeit der Appelle ist vorbei.
Denn der Führung der HSH Nordbank ist offensichtlich immer noch nicht klar, dass sie kein „im Kern gesundes Unternehmen“ leitet, sondern ein Unternehmen, dass nur durch das Geld der Steuerzahler am Leben gehalten wird.
Hintergrund: Die HSH Nordbank will nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts Mitarbeitern eine Bleibeprämie zahlen. Bis zu 600 Angestellte könnten jeweils maximal 100.000 Euro erhalten, habe die Bank bestätigt. Bei der Neuausrichtung des Unternehmens und dem Abbau von Arbeitsplätzen bestehe die Gefahr, auch wichtige Mitarbeiter zu verlieren – auch weil zum Teil hohe Abfindungssummen gezahlt werden sollen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, habe die Bank das Programm entwickelt.

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