Die Wissenschaftssenatorin steht mit ihren Plänen für das Milliardenprojekt allein da, das wurde in der TV-Sendung „Schalthoff-Live“ über eine mögliche Verlagerung der Universität Hamburg auf den Kleinen Grasbrook immer deutlicher. Mit Interesse nahm ich die Aussagen von GAL-Fraktionschef Kerstan und dem CDU-Abgeordneten Goldberg zur Kenntnis. Beide hatten in der Diskussion klipp und klar erklärt, dass für sie eine Komplettverlagerung der Uni, wie sie Senatorin Gundelach seit einem Jahr massiv vorantreibt, überhaupt nicht infrage komme.
Der Senatorin mögen die Ohren geklungen haben, als ihr Parteifreund und CDU-Haushaltspolitiker Goldberg öffentlich sagte, man habe „einige Projekte bereits beerdigt“ sowie „die Verlagerung der Universität ist sicherlich kein Thema, was wir kurzfristig noch mal angehen werden“ und „der eine oder andere mag den Blick für das Ganze verloren haben“. Ebenso scheint die Unterstützung des Koalitionspartners für Frau Gundelach verloren gegangen zu sein, wenn der GAL-Fraktionsvorsitzende nun erklärt, er habe den Totalumzug der Uni Hamburg schon immer für „völlig unrealistisch“ gehalten.
Der Senat hingegen vergibt teure Gutachten für die Prüfung von Szenarien, die nicht zu Ende gedacht sind und zu nichts führen. Es ist reine Hinhalte-Taktik, um dringend erforderliche Investitionen in marode Gebäude zu verzögern, für die Mittel aus dem Konjunkturprogramm zur Verfügung stehen und Sanierungsvorschläge auf dem Tisch liegen, wie beispielsweise beim Philosophenturm.
Hinter den Kulissen ist schon lange klar, dass die Universität nicht auf den Kleinen Grasbrook verlagert wird. Deshalb ist es höchste Zeit, dass Frau Gundelach den Stillstand beendet, das Thema für erledigt erklärt, und die Uni an ihrem jetzigen Standort stärkt, also mit der längst überfälligen Sanierung und den Neubauten beginnt. Eine weitere Hängepartie über die Bundestagswahl hinaus, womöglich sogar bis in das nächste Jahr hinein ist für die Universität nicht tragbar.
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