Wir wollen zur Sicherung der Club-Szene eine „Hamburger Clubstiftung“ gründen. Einen entsprechenden Antrag stellen wir Sozialdemokraten in der Bürgerschaft zur Abstimmung. Die Stiftung soll zu ihrem Start mit mindestens einer Million Euro ausgestattet sein und Clubbetreibern etwa bei Investitionen in Schallschutzmaßnahmen oder Licht- und Tonanlage sowie bei Auflagen der Behörden oder Umbaumaßnahmen helfen.

Die traditionelle Hamburger Clubszene steht in einem immer härter werdenden Wettbewerb mit kommerzieller Konkurrenz. Wir müssen aufpassen, dass unsere einzigartige Clubszene nicht unter die Räder kommt.

Steigende Abgaben und Steuern, strengere Auflagen, steigende Gewerbemieten an den szenenahen Standorten oder eingeschränkte Werbemöglichkeiten setzten den Clubs immer mehr zu. Immer wieder sind auch renommierte Clubs in ihrer Existenz bedroht oder müssen sogar schließen. Die Finanzreserve vieler Clubs ist so dünn, dass größere Investitionen– häufig von Behörden gefordert – schnell zur Existenzfrage werden. Hinzu kommt, dass Musikclubs nur eingeschränkt Zugang zu den üblichen Finanzierungsformen über Bankdarlehen haben. Gleichzeitig sind Live-Musikclubs – obwohl sie als private Musikbühnen in der Struktur Privattheatern gleichen – nicht als Kulturbetriebe anerkannt und erhalten bisher keine nennenswerte öffentliche Förderung. Eine Hamburger Clubstiftung wäre hier ein entscheidender Fortschritt.

Mit einer Hamburger Clubstiftung würden wir die Förderung der Hamburger Clubs dauerhaft absichern, unabhängig von der jeweiligen Haushaltslage. Die Clubszene würde einen Ansprechpartner bekommen, bei dem Club-Sachverstand konzentriert wäre, und sie bekäme eine Plattform für den Außenauftritt und Lobbyarbeit. Für eine solche Stiftung, die auch aus der Clubszene selbst gefordert wird, könnte außerdem privates Kapital mobilisiert werden: Konzertveranstalter, Musikverlage, oder Plattenfirmen profitieren von einer lebendigen und innovativen Clubkultur und könnten so dazu beitragen, deren Zukunft zu sichern. Das Stiftungsvermögen könne durch Spenden oder Benefizveranstaltungen weiter aufgestockt werden. Die Clubförderung erhalte auf diese Weise eine finanzielle Basis, die sie langfristig von öffentlicher Förderung unabhängiger macht.

Die Startfinanzierung der Clubstiftung soll mit Geld aus dem Haushaltstitel „Förderung des Standortmarketings“ erfolgen, in dem in der Vergangenheit eine „Reserve“ von rund 2,7 Millionen Euro gebildet wurde.

Die Hamburger Clubstiftung wäre Standortmarketing und Kulturförderung in einem. Hamburg ist gefordert, seine einzigartige Clubszene wirkungsvoll zu unterstützen, die Clubstiftung ist hierzu ein ganz wichtiger Schritt. Weitere müssen folgen. Insbesondere brauchen wir klare Vorgaben für die Nutzung städtischer Immobilien und Grundstücke. An szenerelevanten Standorten müssen Livemusik-Clubs Vorrang vor anderen Nutzungen bekommen. Auch im Hinblick auf die drastisch verschlechterten Werbemöglichkeiten der Clubs im öffentlichen Raum besteht dringender Handlungsbedarf. Hierzu werden wir als SPD weitere Initiativen auf den Weg bringen.

Ein Kommentar zu “Musik-Club-Stiftung gründen”

  1. Orhans Sandikci Schreibt:

    Lieber Michael,
    mit großer Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass nun endlich die Hamburger Clubszene die Förderung erhält, die der Wertigkeit dieser wunderbaren Szene entspricht. Hamburg braucht eben nicht nur Musicals, sondern auch eine lebendige Clubkultur. Danke!
    Orhan.

Hinterlassen sie einen Kommentar

XHTML: Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>