Das Selbstlob der CDU-Bildungssenatorin in der Diskussion um Klassenfrequenzen und Schüler-Lehrer-Relation in Hamburg ist völlig unbegründet. Seit 2001 sind in Hamburg über 600 Lehrerstellen abgebaut werden. Dennoch rühmt sich der CDU-Senat für die im bundesweiten Vergleich gute Lehrer-Schülerrelation.
Frau Dinges-Dierig bezieht sich auf eine aktuelle Statistik der Kultusminister-Konferenz (KMK). Der entsprechende Wert zeigt jedoch nicht, wie viele Lehrerinnen und Lehrer tatsächlich unterrichten. Für die Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern ist aber wichtig, wie viele Lehrer vor der Tafel stehen und unterrichten – nicht, wie viele Lehrkräfte die Stadt beschäftigt.
Die bislang bekannten Zahlen der KMK sagen auch nichts über die durchschnittlichen Klassengrößen in Hamburg und berücksichtigen auch nicht die Verteilung auf die staatlichen und privaten Schulen. Die CDU-Schulsenatorin lobt sich für die Entwicklung der Schüler-Lehrer-Relation – habt aber vor Jahresfrist noch bestritten, dass diese Relation und die Klassengrößen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts hätten.
Das Abschneiden Hamburgs ist kein Anlass für Jubelarien. Hamburg Werte beim Schüler-Lehrer-Verhältnis sind bei genauerem Hinsehen mäßig. Hamburger Lehrer müssen offenbar rechnerisch gerade einmal 0,4 Schüler weniger als ein Lehrer im Durchschnitt der Länder unterrichten. Über andere Fakten aus der Statistik schweigt die Schulbehörde. So sitzen in jeder Hamburger Grundschulklasse rechnerisch 3,6 Schüler mehr als im Bundesdurchschnitt. Auch bei den anderen Schulformen hinkt Hamburg meist hinterher. Die Schulsenatorin hat genug Zeit gehabt, gute Politik für die Hamburger Schulen zu machen und diese mit den nötigen Ressourcen auszustatten. Sie hat diese Zeit nicht genutzt.
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