Wie sauber ist unsere Stadt? Was wird gegen Hunde- und Taubenkot unternommen? Wie werden Hamburgs Spielplätze gereinigt und wie ist das Angebot an öffentlichen Toiletten? – Mit zahlreichen Fragen hat meine Fraktion vom CDU-Senat Auskünfte zur Sauberkeitssituation in der Stadt verlangt. Die nun vorliegenden Antworten zeigen, dass das Interesse des CDU-Senats an der Sauberkeit der Stadt offenbar nachgelassen hat.

So steht etwa Analyse zum Bedarf öffentlicher Toiletten nach wie vor aus, was angesichts der steigenden Touristenzahlen ein Problem. Zudem müssten einzelne Maßnahmen gegen Verunreinigungen etwa durch Hunde- und Taubenkot besser auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Maßnahmen gegen Hundekot (Drucksache 18/ 7123)

Ein Ärgernis für viele Hamburger sind immer wieder die Hinterlassenschaften der rund 40.000 in Hamburg gemeldeten Hunde (Zahl laut Hundesteuerstatistik; Stand 29.09.2006: 39.316). Hundebesitzer, die den Kot nicht ordnungsgemäß entsorgen, begehen eine Ordnungswidrigkeit. Zahlen darüber, zu wie vielen Ordnungswidrigkeiten es im Zusammenhang mit der Nichtbeseitigung von Hundekot kommt, kann der Senat nicht vorlegen.

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) kommt zu der Ansicht, dass durch die Verteilung der kostenlosen Gassi-Beutel das „Hundekot-Problem“ in Hamburg abgenommen hat. Ein Problem stellen nach Aussagen von Hundehaltern aber die unzureichenden Entsorgungsmöglichkeiten an den Hundeauslaufflächen dar. Daher sei auch häufig zu beobachten, dass die „Gassi-Beutel“ nicht im Abfalleimer sondern in der Natur landen. Die BSU teilt diese Auffassung jedoch nicht und verweist darauf, dass an allen Auslaufflächen ausreichend Abfallbehälter vorgehalten würden. Hier wäre es angebracht, dass sich der CDU-Senat einmal von der Hunde-Lobby berichten lässt, an welchen Flächen ein Bedarf an zusätzlichen Abfalleimern gesehen wird.

Maßnahmen gegen Taubenkot (18/ 7123)

Der CDU-Senat kann keine Angaben darüber machen, ob das 2003 erlassene Verbot der Fütterung von Tauben zu einer Verringerung der Taubenpopulation in Hamburg geführt hat. Sowohl 1990 als auch 1997 wurde von einem Gesamtbestand von 25.000 Stadttauben in Hamburg ausgegangen. Seitdem hat es in Hamburg keine Bestandserhebung mehr gegeben.

Durch den Taubenkot werden Hamburgs Straßen und Plätze geschädigt. Taubenkot verunstaltet Gebäudefassaden und beschleunigt deren Verwitterung. Der CDU-Senat kann zwar keine Angaben darüber machen kann, wie viel Tonnen Taubenkot jährlich Hamburgs Straßen verunreinigen. Man muss jedoch davon ausgehen, dass jede Taube bis zu zwölf Kilogramm pro Jahr produziert. Dies würde bedeuten, dass in Hamburg jährlich bis zu 300 Tonnen Taubenkot zu beseitigen sind. Um besonders verschmutzte Plätze zu reinigen, sind Mitarbeiter der Stadtreinigung unterwegs, um mit Spezialreinigern rund 120 Plätze zu säubern, etwa den Lessingtunnel in Altona. Gerade um zu überprüfen, ob das Taubenfütterungsverbot die gewünschten Erfolge erzielt hat, ist es geboten, sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Tauben es in Hamburg gibt.

Öffentliche Toiletten (18/7124)

Erheblichen Verbesserungsbedarf sehe ich bei den öffentlichen Toilettenanlagen. In Hamburg gibt es rund 170 solcher Anlagen, doch nur gut 65 davon sind behindertengerecht ausgestattet. Angesichts steigender Tourismuszahlen werden in Hamburg mehr Toiletten benötigt. Dass bisher nicht einmal die Hälfte der vorhandenen Anlagen behindertengerecht hergerichtet wurde, ist für die Weltstadt Hamburg beschämend.

Zudem war die Bürgerschaft bereits am 16. November 2006 einer einstimmigen Empfehlung des Stadtentwicklungsausschusses (Drs. 18/5203) gefolgt, „eine klare Bedarfsanalyse durchzuführen, ob und wenn ja, wo weitere Toilettenanlagen, insbesondere auch nach alten- und behindertengerechten Gesichtspunkten, im öffentlichen Raum aufgestellt werden sollten.“ Wie der Senat nun mitteilt, ist die geforderte Bedarfsanalyse bisher nicht durchgeführt worden und soll „wegen des erforderlichen hohen zeitlichen und nicht unbeträchtlichen finanziellen Aufwands“ erst zu Beginn der nächsten Legislaturperiode erfolgen.

Spielplätze in Hamburg (18/7125)

In dem CDU-Senats-Maßnahmenprogramm „Klar Schiff Hamburg“ (Drs. 18/6209) wurde festgestellt, dass die Betriebsmittel, die heute für die Pflege und Unterhaltung der öffentlichen Spielplatzflächen sowie für die Verkehrssicherheit der Spielgeräte bereitgestellt werden, nicht ausreichen, um sichere und saubere Spielplätze vorzuhalten. Daher sollten zusätzliche Mittel von jeweils 100.000 Euro für die Jahre 2007 und 2008 für die Pflege und Reinigung dieser Anlagen verwendet werden.

In Abstimmung mit den Bezirksämtern wurden Spielplätze festgelegt, deren Flächen in 2007 und 2008 verstärkt gereinigt werden sollen, damit sie attraktiv und gepflegt aussehen. Nach Senatsangaben würden die Mittel auch dazu beitragen, dass „die Spielflächen durch die zusätzliche Grundreinigung länger attraktiv und ordentlich gehalten werden können“.

Wie aus den Senatsantworten zu erkennen ist, wurden mit den Extrazuwendungen an die Bezirke nur Routinearbeiten finanziert. Auch hier zeigt sich, dass die Mittel in den Vierteln oft gerade für die Standardaufgaben ausreichen, während an anderen Stellen Millionen ausgegeben werden – wie etwa für einen Fußweg in die Hafencity.

Stadtreinigungs-Hotline „Saubere Stadt“ (18/7126)

Immer mehr Menschen melden sich bei der Schmutzhotline der Hamburger Stadtreinigung. Pro Tag gehen durchschnittlich 46 Meldungen ein. Die steigende Zahl der eingegangenen Meldungen wird vom Senat aber nicht darauf zurückgeführt, dass es eine zunehmende Verschmutzung in der Stadt geben würde, sondern auf die ständige Bewerbung der Hotline. Eine Bewertung, die unbewiesen im Raum stehenbleibt. Häufigster Beschwerdegrund: Sperrmüll im öffentlichen Raum und Verschmutzungen durch kleinteiligen Hausmüll.

3 Kommentare zu “Beschwerden über Tierkot, Sperrmüll und verdreckte Spielplätze”

  1. Kati Hälke Schreibt:

    Beschwerde

    Ich bin sehr verärgert über die Bürger, die ihre Hinterlassenschaften der Hunde nicht ordnungsgemäß entsorgen.

    Meine Tochter ist 15 Monate alt und wir sind viel draußen. Immer wieder beobachte ich bei uns in Wandsbek, dass Hundekot einfach liegen gelassen wird und die Besitzer so tun, als merkten sie es nicht.

    Gerade vor 2 Tagen ist meine Tochter in so einen Haufen rein getreten, und wir mussten tatsächlich nach Hause und uns umziehen, da eine Säuberung vor Ort nicht möglich war. Allein der Gedanke daran, dass Kinder beim Hinfallen in so ein Bakteriennest stürzen könnten ist einfach nur widerlich.

    Von angekündigten Kontrollen auch wegen des Leinenzwangs, ist bei uns in Wandsbek nichts zu merken.

    Wie soll man nun reagieren, wenn man diesen Dinge vermehrt beobachtet.

    Für eine Stellungnahme bin ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hälke

  2. Michael Neumann Schreibt:

    Sehr geehrte Frau Hälke,
    ich teile Ihren Ärger. Unsere Tochter ist zwar schon fünf, aber das Thema ist das selbe. Sie vermögen sich vielleicht auch vorstellen, wie oft ich die “Sch…” beim Plakate kleben an den Schuhen habe.
    Beschwerden sind an das Bezirksamt Wandsbek zu richten. Der Bezirkliche Ordnungsdienst ist diesem zugeordnet. Ob da etwas geschieht, weiß ich nicht.
    Wenn Sie einverstanden sind, reiche ich Ihre Bewerde an die Wandsbeker Bezirksfraktion weiter. Vielleicht verraten Sie mir noch in welchem Stadtteil Sie leben oder sich besonders ärgern, dann wird sich der örtlich zuständige Abgeordnete darum kümmern. Ob die Verwaltung jedoch wirklich etwas tut, vermag ich nicht zu sagen…
    Sonst schreiben Sie einfach an Ihre Bezirksamtleiterin Frau Schröder-Piller. Oder gehen in deren Bürgersprechstunde.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Michael Neumann.

  3. Musa Schreibt:

    Sehr geehrter Herr Neumann,

    seit 1 Jahr begehe ich täglich auf meinem Weg zur Arbeit und zurück die U-Bahn-Treppe an der U-Bahnstation Landungsbrücke zum Stindtfang (Jugendherberge) hoch. Diese Treppe schwimmt oft förmlich vom Urin, der von den Männern abgelassen wird, die dort rauchen oder die Treppe besteigen.
    Es gehen dort viele Menschen hoch, die Gäste in Hamburg sind, um von dort den Hafen zu besichtigen.
    Immer wieder stelle ich fest, dass sie schimpfen über den Urin-Geruch oder die Nasen rümpfen und über den Dreck klagen, der auf der Treppe liegt.

    Mein Vorschlag: 1.stellen Sie ein Toilettenhäuschen an oder unter dem Treppenaufgang auf!
    2.Die Treppe muss täglich morgens um 6.Uhr und abends gereinigt werden.

    Ich denke es tut dem “Gesicht” Hamburgs gut, wenn an so markanter Stelle von Hamburg, (am Hafen) kein Dreck liegt und es nicht stinkt wie auf einer nicht gereinigaten Toilette.

    Danke im Voraus für die Abhilfe.
    Mit freundlichem Gruß
    M. Musa

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